Cyanotypie – Teil 3 – Chemie & Papier

Die Chemikalien

Für die Cyanotypie benötigt man nur 3 Zutaten:

– Ammoniumeisen(III)-citrat grün (CAS-Nummer: 1185-57-5)
– Kaliumhexacyanoferrat(III) (CAS-Nummer: 13746-66-2)
– Wasser, zum Auflösen der Chemikalien allerdings destilliertes Wasser

Beim Ammoniumeisen(III)-citrat gibt es zwei Varianten. Einmal die Variante „grün“ welche besser für die Cyanotypie geeignet ist. Die Variante „braun“ ist weniger geeignet da die entstehende Schicht weniger lichtempfindlich wird. Es funktioniert aber dennoch, nur mit deutlich längeren Belichtungszeiten.

Weitere Bezeichnungen für Kaliumhexacyanoferrat(III) sind Kaliumferricyanid, Ferricyankalium, Rotes Blutlaugensalz oder Rotkali.

Das destillierte Wasser bekommt man recht günstig im Supermarkt. Destilliertes Wasser bei einem Chemievertrieb zu kaufen ist nicht nötig da die hohe Qualität nicht nötig ist. Um genau zu sein handelt es sich bei dem destilliertem Wasser aus dem Supermarkt um demineralisiertes Wasser welches unter anderem für die Autobatterie oder zum Bügeln im Bügeleisen verwendet wird..

Mit diesen 3 Zutaten kann man den ersten Anfang wagen. Es gibt jedoch noch einige Chemikalien die man benutzen kann. Um die Cyanotypie auszuprobieren braucht man diese jedoch nicht. Wenn man mit der Cyanotypie experimentieren und viele Bilder erstellen möchte sind die ein oder anderen Chemikalien sinnvoll.

Das ansetzten der beiden Stammlösungen ist ganz einfach. Man wiegt den benötigten Teil ab und löst dies im destillierten Wasser auf. Für den Anfang empfiehlt es sich kleine mengen zu mischen. 10 ml je Stammlösung reichen für sehr viele versuche. Ein erneutes herstellen der Stammlösungen ist bei bedarf einfacher als die Aufbewahrung Lösung. Wenn abzusehen ist das man einen Größeren Bedarf hat lohnt es sich einen Vorrat der beiden Stammlösungen herzustellen und daraus kleine Mengen der Lichtempfindlichen Lösung zu mischen.

Stammlösung A wird die Stammlösung mit Ammoniumeisen sein und Stammlösung B mit Kaliumhexacyanoferrat. Das beschriften der Flaschen ist Sinnvoll. So verliert man nicht den Überblick.

In der Literatur und im Internet gibt es verschiedene angaben wie die Stammlösungen zusammengesetzt sind. Man kann nicht genau sagen welches Mischungsverhältnis das beste ist weil die Toleranz der Zusammensetzung der Stammlösung sehr groß ist. Hier kann man natürlich auch wieder variieren und Experimentieren.

Ich habe mit folgenden Tabelle gearbeitet. Hier sind die benötigten Massen für verschiedene Mengen an Stammlösungsmengen angegeben:

Wasser 500ml 200ml 100ml 50ml 25ml 10ml 5ml
A 125g 50g 25g 12,5g 6,25g 2,5g 1,25
B 80g 32g 16g 8g 4g 1,6g 0,8g

Die Stammlösung mit Ammoniumeisen ist ein idealer Nährboden für Schimmelpilze, deswegen sollte man entweder nur die benötigte Menge ansetzten oder ein Konservierungsmittel verwenden. Die Aufbewahrung im Kühlschrank bringt allerdings nur wenige schimmelfreie Tage extra. Grundsätzlich sollten die Beiden Stammlösungen kühl und vor Licht geschützt gelagert werden

Wenn man die Stammlösungen nicht selber mischen möchte, kann man sich fertige Sets kaufen. Diese Sets sind meist auch länger haltbar weil hier schon ein Konservierungsmittel beigemischt ist. Es gibt auch Pakete bei denen für den Anfang wichtige Utensilien wie Pipetten beigelegt sind. In diesem Fall spart man sich auch die Anschaffung der Feinwaage. Es gibt auch fertige Sets die mit destilliertem Wasser aufgefüllt werden müssen.

Da die Mischung der Stammlösung bereits Lichtempfindlich ist sollte dies im dunklen geschehen. Eine Beleuchtung mit ca. 25W einer Glühlampe ist für das Arbeiten empfehlenswert.

Das Papier

Als Trägerpapier eignet sich im allgemeinen Aquarellpapier. Es sollte jedoch nicht all zu leicht sein. Papiere ab 200g/m² sind geeignet. Eine pauschale Papierempfehlung kann ich nicht geben. Um das für sich beste Papier zu finden muss viel getestet werden. Besonders da der Preis bei den verschiedenen Papiersorten sehr unterschiedlich ist. Es können aber auch Fotopapiere verwendet werden welche für einen Tintenstrahldrucker gedacht sind. Es ist praktisch wenn man vorher ein einzelnes Blatt zum Testen zur Verfügung hat. Bei den ersten Versuchen stellt man schnell fest welches sich besser und welches sich schlechter eignet.

Die Beschichtung des Papiers sollte bei möglichst wenig Licht erfolgen. Jedoch geht es nicht ohne Licht da man ja sehen muss wo die lichtempfindliche Lösung verteilt werden soll. Eine Glühlampenbeleuchtung mit ca. 25 Watt in einem sonst dunklen Raum ist ausreichend.

Man kann das Papier bis in die Ecken bestreichen oder einen Kreativen Rahmen lassen. Hier darf jeder ausprobieren was einem besser gefällt. Freie Stellen im Bild sind später meistens etwas störend, sie können aber auch gerade das gewisse extra sein.

Zum bestreichen sollte man eine Unterlage verwenden. Man kann sonst schnell seinen Tisch bzw seine Arbeitsfläche dreckig machen. Hierfür kann man eine Plastikfolie oder auch mehrere schichten alte Zeitungen verwenden. Wer auf Nummer sicher gehen möchte benutzt beides.

Zum Bestreichen des Papiers eignen sich Pinsel oder Schwämme. Ein Wattestäbchen erfüllt auch seinen Zweck. Der Vorteil ist es kostet nicht viel und man kann es ohne bedenken danach entsorgen. Für das Arbeiten mit dem Schwamm sollte man Handschuhe Tragen.

Nachdem das Papier lichtempfindlich gemacht ist muss es Trocknen. Entweder lässt man es 10 min antrocknen um es Anschließend mit einem Fön komplett zu trocknen oder man lässt es über nacht trocknen. Die Trocknungszeit hängt von einigen Faktoren ab. Wenn das Papier weniger Saugfähiger ist und somit auch weniger Lichtempfindliche Lösung aufgenommen hat trocknet es sehr zügig. Dagegen ist ein sehr saugfähiges Papier ziemlich lange feucht.

Nach dem Trocknen der lichtempfindlichen Papiere können diese lichtdicht in einem Kuvert oder einer Tüte gelagert werden.

Gute Ergebnisse habe ich mit Hahnemühle Toscana 200g/qm erzielt.

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Veröffentlicht in Cyanotypie
2 commenti su “Cyanotypie – Teil 3 – Chemie & Papier
  1. Christian Ecker sagt:

    Hallo Florian,

    habe genau nach deinen Angaben gemischt und aufgetragen.
    Die Beschichtung bleibt aber sehr hell.
    Bei einem ersten Versuch vor einem Jahr hat das super gepasst, jetzt allerdings dunkelt die lichtempfindliche Schicht beim Trocknen nicht genug nach. Was kann das sein? Ist eines der Chemikalien nur begrenzt haltbar?

    Danke für deine Info
    vielleicht hast du da eine Idee.

    Herzlichst
    Christian Ecker

    • Florian sagt:

      Hallo,
      es klingt für mich so als wenn nicht lange genug belichtet wurde. Es reicht schon aus wenn es bewölkt ist. Wenn die Chemie trocken und dunkel gelagert wird sollte da auch nichts passieren. Du kannst mir ja mal ne Mail schicken mit nem Bild.

      Viele Grüße

      Florian

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