Cyanotypie – Teil 4 – Negativ und Belichtung

Herstellen des Negatives.

Für die Herstellung des Negatives wird ein beliebiges Bild benötigt, jedoch eignen sich kontraststarke Motive besser als flaue Motive. Bei der Umwandlung in ein Graustufenbild sollte man unbedingt darauf achten das sich das Hautmotiv vom Hintergrund abhebt. Dieses Bild wird in einem Bildbearbeitungsprogramm z.B. Photoshop in ein Graustufenbild umgewandelt. Der Kontrast muss anschließend noch etwas angepasst werden. Jedes Motiv muss da Individuell angepasst werden. Für den Anfang lohnt es sich verschiedene Versionen eines Bildes anzufertigen damit man das Endergebnis miteinander vergleichen kann und ein Gefühl für die richtige Anpassung bekommt. Zum Schluss wird das Bild Invertiert. Dieses Graustufenbild kann auf eine Folie wie sie z.B. für Overhead-Projektoren verwendet wird gedruckt werden.

Cyanotypie - Bei schlechten Vorlagen ist das Raster erkennbar

Cyanotypie – Bei schlechten Vorlagen ist das Raster erkennbar

Natürlich kann man auch richtige Negative verwenden, jedoch sollten es sich mindestens um Mittelformatnegative(6×6, 6×7, 6×9) handeln, da die Größe des Negatives die Größe der Cyanotypie entspricht. Eine Abfolge von mehreren Kleinbildnegativen kann allerdings auch reizvoll sein, auch wenn sie mit 2,4cm x 3,6 cm um einiges kleiner sind als ein Passbild.

Anstelle eines Negatives kann man auch Gegenstände auf das beschichtete Papier legen. In diesem Fall handelt es sich um Fotogramme. Hier kann man alle möglichen Gegenstände verwenden. Auch Pflanzen und Blüten kann man auf das Papier legen. Eine Kombination aus Negativ und Gegenständen ist denkbar. z.B. kann man eine Schrift mit Hilfe des Negatives auf ein Fotogramm bringen. Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Die Belichtung und Entwicklung
Viele Faktoren beeinflussen die Belichtungszeit, ob es das Wetter, der verwendete Strahler, das verwendete Papier oder sogar die Zusammensetzung der lichtempfindlichen Schicht ist. Deswegen kann man nicht vorher sagen wie lange belichtet werden muss.

Cyanotypie Katze - zu kurz Belichtet

Cyanotypie Katze – zu kurz Belichtet

Die benötigte Belichtungszeit kann man experimentell sehr einfach herausfinden. Dafür ist es allerdings wichtig das sich das Wetter nicht ändert, also gleichbleibend sonnig bleibt. Dafür braucht man ein fertiges lichtempfindliches Papier. Dieses wird mit einer Pappe oder einem anderen lichtundurchlässigen Gegenstand abgedeckt. Diese Pappe wird nun jede Minute ein Stück weiter geschoben. So bekommt man einen „Graukeil“. Man könnte vorher das lichtempfindliche Papier in ca. 20 Teile aufteilen. Wenn sich alle Felder unterscheiden wurde zu kurz belichtet. Wenn die ersten Felder alle gleich sind wurde zu lange Belichtet. In diesem Fall kann man jedoch die Benötigte Belichtungszeit ablesen. Pro unterschiedliches Feld eine Minute. Die Wetterbedingungen und Uhrzeit kann man auf der Rückseite notieren, so kann man nachschauen wenn man wieder eine ähnliche Situation hat. Die Uhrzeit ist insofern wichtig da sich die Belichtungszeit zu den Abendstunden um einiges verlängert.

Nach der Belichtung wird das Bild mit Wasser Entwickelt. Hierfür ist Leitungswasser ausreichend. Das Belichtete Bild mit Wasser Abspülen und im Wasserbad schwänken. Dabei ist drauf zu achten das das Bild nicht mit einem Harten Wasserstrahl abgespült wird. Wenn man das Bild recht nach an den Wasserhahn hällt sollte dies ausreichen. Die Wässerung dauert ca. 5 Minuten. Dabei das Spülen und schwenken immer abwechseln.

Nach der Wässerung muss das Bild Trocknen. Dazu die Cyanotypie mit einem Küchentuch abtupfen das keine Wassertropfen mehr zu sehen sind. Bei dem nassen Papier muss man vorsichtig vorgehen. Das Papier kann jetzt auf eine Saubere stelle gelegt werden. Ein Küchentuch als Unterlage schadet nicht. Wenn das Papier auf der Oberseite schneller trocknet als auf der Unterseite wird das Papier sich wellen. Wenn es zu lange dauert kann man auch mit einem Fön nachhelfen. Langsam und vorsichtig trocknen.

Cyanotypie – Teil 1 – Was ist das?
Cyanotypie – Teil 2 – Was brauche ich an Zubehör?
Cyanotypie – Teil 3 – Chemie & Papier
Cyanotypie – Teil 4 – Negativ und Belichtung

Veröffentlicht in Cyanotypie

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*