Neues vom AstroPi Teil III – Der erste Test

Nachdem alles zusammengebaut ist muss an der Software bzw. am Raspberry Pi Betriebssystem gebastelt werden. Ich möchte ja ohne Tastatur arbeiteten, also muss mein Programm automatisch Starten und vorher der Login abgeschaltet werden.

Softwareanpassung
Ich verwende Arch-Linux und da kann man den automatischen Login sehr einfach realisieren.
Ich muss nur folgende Datei in einem Editor öffnen:

/usr/lib/systemd/system/getty@.service

Anschließend suche ich mir die Stelle heraus die wie folgt beginnt:

ExecStart=

und ändert diese in:

ExecStart=-/sbin/agetty --noclear -a root %I 38400 linux

Jetzt einfach diese Datei speichern und mit einen Neustart testen ob alles so funktioniert wie es soll. Jetzt fehlt nur noch der automatische Programmstart. Hier habe ich ein paar möglichkeiten probiert aber mit folgender bin ich sehr zufrieden.

Hier muss ich eine Datei in einem Editor erstellen

#!/bin/sh
ort/dateiname.py

Diese Speicher ich z.b. als autostart.sh unter /etc/profile.d/ ab

Jetzt Startet mein Programm automatisch. Allerdings schaltet sich der Monitor nach einer weile aus, bzw. wird schwarz. Das liegt daran das keine Eingabe gemacht wird – wie auch wenn keine Tastatur angeschlossen ist.

Das ausschalten des Automatischen ausschalten vom Bildschirm kann man mit setterm -blank 0 sehr einfach lösen. Die Einstellung sollten – so wie ich es verstanden habe – auch mit einem Befehl gespeichert werden können. Das hat bei mir allerdings nicht geklappt. Jetzt rufe ich den Befehl eben jedes mal beim Programmstart auf.

Die Stunde der Wahrheit
Jetzt ist fast alles für den ersten Test fertig. Damit sich der Schrittmotor auch gleich in die richtige Richtung dreht muss ich dies vorher kontrollieren, bis jetzt habe ich nur geschaut das er sich dreht. Dazu lasse ich den Motor einfach schneller drehen um zu sehen in welche Richtung sich die Montierung dreht. Das vergleiche ich z.b. mit Stellarium, einfach um sicherzugehen das ich mich nicht irre.

Aufgebaute Montierung nur mit Kamera und Objektiv

Aufgebaute Montierung nur mit Kamera und Objektiv

Aufgebaut habe ich es nur vor der Haustüre, hier ist zwar die Lichtverschmutzung enorm aber für einen solchen Test ausreichend. Eingenordet habe ich auch nur grob, habe durch den Polsucher nicht mal durchgeschaut, es ist ja nur ein kleiner Test.

Belichtet habe ich einmal mit 40s und einmal mit 60s ein weiterer Test mit längeren Belichtungszeiten wird auch noch kommen jedoch muss ich hierfür gescheit einnorden.

Vergleich - einmal mit Nachführung einmal ohne - Belichtungszeit jeweils 40s, ISO, Blende, Bearbeitung sind jeweils gleich. Es handelt sich hierbei um einen Ausschnitt vom Gesamtbild.

Vergleich – einmal mit Nachführung einmal ohne – Belichtungszeit jeweils 40s, ISO, Blende, Bearbeitung sind jeweils gleich. Es handelt sich hierbei um einen Ausschnitt vom Gesamtbild.

Auf dem Bild ist übrigens nicht besonderes zu sehen, ich habe die Kamera einfach nach Oben gerichtet. Der unterschied ist sehr schön zu sehen. Die Sterne sind punktförmig. Ich werte den ersten Test als erfolg!

Der zweite Test
40 oder 60 Sekunden sind zwar schon lang allerdings noch nicht lang genug. Nach dem ersten erfolgreichen Test habe ich natürlich einen zweiten Test gemacht. Bei diesem Test habe ich Andromeda ins Visier genommen um herauszufinden ob der aktuelle Stand auch praxistauglich ist. Hierfür bin ich zu einer Stelle mit weniger Lichtverschmutzung gefahren und habe ein paar Aufnahmen gemacht. Es hat mir auch die Steuerung der Kamera gefehlt, das ständige betätigen des Fernauslösers ist schon eine nervige Angelegenheit. Außerdem habe ich festgestellt das die Ansteuerung der Schrittmotoren noch etwas genauer eingestellt werden muss. Bei längeren Belichtungszeiten wurden kleine Strichte aus den Sternen.

Andromedagalaxie (M31), Einzelaufnahme mit 96 Sekunden Belichtungszeit, Ausschnitt

Andromedagalaxie (M31), Einzelaufnahme mit 96 Sekunden Belichtungszeit, Ausschnitt

Andromedagalaxie (M31), Einzelaufnahme mit 156 Sekunden Belichtungszeit. Ausschnitt, hier sind die Sterne schon kleine Striche

Andromedagalaxie (M31), Einzelaufnahme mit 156 Sekunden Belichtungszeit. Ausschnitt, hier sind die Sterne schon kleine Striche

Was kommt als Nächstes?
Ich werde die Kamera über den Raspberry Pi Steuern. Hierfür werde ich ein Relais ansteuern welches über den Fernauslöser mit der Kamera verbunden ist. Damit kann ich auch Testaufnahmen machen mit denen ich die Taktfrequenz für den Schrittmotor ein klein wenig abändere. So kann ich herausfinden welche Taktfrequenz genau eingestellt werden muss. Für eine noch genauere Nachführung wäre dann der Autoguider zuständig.

Veröffentlicht in Astrofotografie, Raspberry Pi
2 commenti su “Neues vom AstroPi Teil III – Der erste Test
  1. Arthur Meis sagt:

    Tolle Idee, weiter so.
    Als Freund der Pi und der Astrofotografie ( reimt sich 🙂 )
    verfolge ich deine Arbeit mit Interesse.
    Weiter so und viel Erfolg.

    Verfolge das auch und FB, damit ich auf dem laufenden bleibe.
    Gruß
    Arthur

    • Florian sagt:

      Vielen Dank!
      Es wird sicher noch ein paar Teile geben denn an einem solchen Projekt findet man immer etwas was verbessert werden kann, vor allem wenn dabei Erfahrungen sammelt.
      Viele Grüße
      Florian

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*