Sternstrichspuren

Bilder mit Sternstrickspuren oder Startrails sind Bilder auf denen die Bewegung des Sternenhimmel deutlich zu erkennen ist. Die Sterne drehen sich in der nördlichen Hemisphäre um den Polarstern, zumindest fast. Der Punkt um den sich die Sterne drehen ist knapp daneben.

Strichspuren über Amberg

Strichspuren über Amberg

Was brauche ich für solch eine Aufnahme?
Es ist recht wenig was ich für diese Aufnahme benötige. Einen vollen Akku und eine leere Speicherkarte – umgekehrt sollte es nicht sein – einen Kabelauslöser den ich verriegeln kann und ein einfaches Stativ. Also als zusätzliches Zubehör nur ein Stativ und einen einfachen Kabelauslöser. Wenn die Kamera die Möglichkeit hat Intervallaufnahmen zu machen braucht ich den Kabelauslöser nicht einmal.

Welche Einstellungen muss ich wählen?
Die Kamera stelle ich auf Serienbild. Der Autofokus schalte ich nach dem Fokussieren aus. Ich stelle die maximale Belichtungszeit ein. In meinem Fall waren es 60s. Bei vielen Kameras geht es nur bis 30s. Nicht auf B stellen. Hier kann ich mit dem Kabelauslöser deutlich länger belichten aber das ist das Ziel. Ich blende etwas ab, d.h. Ich fotografiere nicht mit Offenblende sondern schließe die Blende um eine Blendenstufe z.B. von 3,5 auf 5. Die ISO stelle ich in Abhängigkeit der Belichtungszeit, der Blende und der Lichtverschmutzung ein. Normale werte liegen zwischen 100 und 400. Mit einem Probebild überprüfe ich die Einstellungen. Es sollte nichts überbelichtet sein.

Strichspuren Einzelbild - es schaut nicht wirklich beeindruckend aus

Strichspuren Einzelbild – es schaut nicht wirklich beeindruckend aus

Die Kamera habe ich eingestellt, wie geht’s weiter?
Wenn die Einstellungen und der Fokus passt kann es schon losgehen. Kabelauslöser in die Kamera stecken und verriegeln. Jetzt muss ich nur noch warten. Wie lange ich warten muss hängt von der länge der Strichspuren ab die ich haben möchte. Für dieses Bild habe ich knapp 2 Stunden gewartet.

Jetzt habe ich alle Bilder im Kasten was mache ich nun?
Jetzt geht’s ans bearbeiten. Dazu öffne ich alle Bilder im RAW-Converter. Hier passe ich den Weißabgleich die Helligkeit und Farbverläufe an. Das Rauschen wird etwas gemindert, etwas nachgeschärft und zum Schluss speichere ich die Bilder. Hier gibt es zwei Möglichkeiten weiterzumachen. Die erste habe ich nicht genutzt. Es ist eine Software die speziell für solche Bilder Entwickelt wurden ist. Das Programm nennt sich „Startrails“ und ist für Windows kostenlos erhältlich. Die zweite Möglichkeit ist Photoshop. Ich habe alle Bilder in Photoshop zusammengefügt. Dazu habe ich alle Bilder in einer Bilddatei als Ebene geladen. Das geht mit wenigen Klicks. Jetzt muss ich nur noch bei allen Ebenen den Ebenenmodus auf Aufhellen stellen und schon ist das Bild fertig. Bei zu vielen Bildern könnte man dies auch auf mehrere Teile aufteilen.

Das wichtigste Zusammengefasst:

  • Akku voll und Speicherkarte leer
  • Nach dem Fokussieren den Autofokus ausschalten
  • Serienaufnahme, Belichtungszeit, Blende und ISO einstellen
  • Probeaufnahme machen
  • mit Verriegeltem Kabelauslöser ein Bild nach dem anderen machen
  • Bilder im RAW-Converter bearbeiten und z.B. in Photoshop zusammenfügen
Natürlich kann man auch etwas kürzer belichten – damit die Sterne Punktförmig bleiben – und diese Bilder mit entsprechenden Programmen verrechnen lassen.

Natürlich kann man auch etwas kürzer belichten – damit die Sterne Punktförmig bleiben – und diese Bilder mit entsprechenden Programmen verrechnen lassen.

Gibts noch ein paar Tipps?
Ja, es gibt z.B. Kabel oder Funkauslöser bei der man Intervallaufnahmen machen kann. Hier kann man die Kamera auf B stellen und eine längere Belichtungszeit wählen. Die Rauschreduzierung bei Langzeitbelichtung ausschalten. Hier würde die Kamera nach dem Bild ein zweites Bild machen allerdings mit geschlossenem Verschluss. Das Bild wird vom eigentlichen Bild in der Kamera abgezogen. Dadurch habe ich weniger Rauschen und Hotpixel, allerdings auch Lücken in meiner Strichspur.

Veröffentlicht in Astrofotografie, Fotografie, Photoshop

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